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Geschichtsplitter Waldeck am Edersee

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Hochzeit mit Hindernissen- nach Karl Rabe

Das Sprichwort hat nicht immer unrecht, das da sagt: Kauf´Nachbars Rind, heirat´Nachbars Kind, dann wirst du nicht betrogen!"

Jedenfalls beherzigte der Christian das alte Wort, als er sich um Nachbars Mariechen bewarb. Die beiden wurden einig, die Eltern hatten auch nichts gegen die Hochzeit einzuwenden und nun wurde das große Fest vorbereitet. Es sollte eine Hochzeit geben, von der das Dorf noch lange reden würde. Ein Ochse musste dran glauben, zwei Scheine wurden geschlachtet und ein Kalb musste sein Leben lassen. Sie brachten sogar die geschlachteten Schweine nach Mengeringhausen und ließen die auf Trichinen untersuchen.

Der Fleischbeschauer befand die Schweine gesund und stellt eine Bescheinigung aus. Die standesamtliche Trauung war am Sonnabend im Nachbarort. Christian gab Mariechen die Papiere und Mariechen steckte sie zu Hause in den Glasschrank.

Am Sonntagmittag ginge sin die Kirche. Am Vormittag waren schon Onkel, Schwägerin und Verwandte aus den Nachbardörfern in festlich geputzten Kutschen vorgefahren und viele waren noch zu Fuß gekommen. Da gab es einen stattlichen Hochzeitszug, wie man ihn im Dorfe lange nicht gesehen hatte. Die Klatschbasen lagen hinter den Fenstern besahen das Schauspiel und zerrissen sich die Mäuler.

Da blieb plötzlich der Zug stehen. "Watt gilt die Wette", meinte die alte Schnuddelnette, die größte Klatschbase im Dorfe, " he hat sich´s anders überlegt, he will nicht mehr". "Ich möchte gerne Ihr entsetztes Gesicht sehen," meinte schadenfroh das Miene, "sie stehen immer noch".

Mariechen war wirklich entsetzt. Ihr war der Zettel des Standesbeamten eingefallen, den sie den Pastor vor der Trauung geben mussten. "Christian hast du den Zettel?" "Nein". "Dann musst du ihn holen. Er liegt im Glasschrank, in der blauer Zuckerdose.!" Christian lief im vollen Hochzeitsstaat los und kam blad mit dem Zettel zurück.

Der Pastor las, stutze und sagte leise: " Kinder, so kann ich euch nicht trauen, das ist der verkehrte Zettel!" Er schüttelte bedauernd den Kopf und es schien, als ob ein Lächeln über sein Gesicht ging. Aufgeregt kam der Brautvater hinzu und wollte wissen, was los sei. Ja, da konnte er Rat schaffen. Er lief heim und holte den richtigen Zettel aus der blauen Zuckerdose. Die Trauung verlief nun wie am Schnürchen, und beide sagten recht laut und deutlich "Ja“. So war der Schaden leicht behoben.

Als sie dann zu Hause mit dem Kaffeetrinken bald fertig waren, fragte Mariechens Onkel den Pastor: "Sagen Sie mal, Herr Pastor, warum wollten die beiden denn zuerst nicht trauen?" "Sie hatten den verkehrten Zettel mitgebracht".

"Ja" gestand das Mariechen, "wir hatten doch die Schweine in Mengeringhausen auf Trichinen untersuchen lassen und den Zettel, den wir da bekommen hatten, hat der Christian mitgenommen. Und auf dem Zettel stand: "Beide Schweine sind trichinenfrei!"