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Fossilienfundstätte Korbacher Spalte

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Orte Korbach Fossilienfundstaette-korbacher-spalte Korbacherspaltepa0727

Am südlichen Stadteingang von Korbach liegt eines der Highlights im Geopark GrenzWelten. Die Fossillagerstätte „Korbacher Spalte“ ist eine der herausragendsten Fossilienfundstellen von Wirbeltieren aus der Permzeit und die zweitälteste fossilführende Erdspalte der Welt.

Die Fossillagerstätte wurde in der Mitte der 1960er Jahre vom Geologen und Heimatforscher Dr. Jens Kulick entdeckt. Erst 1988 konnte jedoch ein Unterkiefer-Fragment aus der Spaltenfüllung der GattungProcynosuchuszugeordnet werden, einem „Säugetierähnlichen Reptil“, das in der oberen Permzeit vor rund 250 Millionen Jahren lebte und umgangssprachlich als „Korbacher Dackel“ bezeichnet wird. Das Staatliche Museum für Naturkunde in Karlsruhe führte zwischen 1990 und 1998 mehrere Grabungskampagnen durch, bei denen insgesamt etwa 2500 auswertbare Knochenfragmente geborgen wurden. Mit den Korbacher Funden konnte Procynosuchus erstmals auf der Nordhalbkugel der Erde nachgewiesen werden. Dies gilt als Indiz dafür, dass bereits zu diesem Zeitpunkt alle damaligen Landmassen der Erde zum Superkontinent Pangäa vereinigt waren. Neben dem Weltnaturerbe Grube Messel ist die Fossillagerstätte Korbacher Spalte das wichtigste paläontologische Bodendenkmal in Hessen.

Entstehung: Im Erdalter des Zechstein vor rund 270 Millionen Jahren erstreckte sich im nördlichen Mitteleuropa ein großes Binnenmeer. Es wurde in mehreren Phasen mit Meerwasser aus dem offenen Ozean versorgt und auf Grund des wüstenartigen Klimas wieder eingedampft. Dabei hinterließ es mehrere typische Gesteinsabfolgen aus Kalksteinen, Sulfaten (Gips und Anhydrit) und Salzen. Der Raum Korbach befand sich damals in der westlichen Küstenregion dieses Zechsteinmeeres am Ostrand des heutigen Rheinischen Schiefergebirges. Zur Zeit des ersten Meeresvorstoßes war die Küste von einem Vegetationsgürtel gesäumt, der für die landlebenden Reptilien gute Lebensbedingungen bot und ihnen als Nahrungsgrundlage diente. Während der ersten Phase der Eindampfung zog sich das Meer in dem zunehmend heißeren und trockenen Klima zurück. Als Folge der klimatischen Veränderungen verringerte sich die Vegetation, so dass den Reptilien die Nahrungsgrundlage entzogen wurde und die Pflanzenfresser abwanderten. Mit ihnen verschwanden auch die Fleischfresser. Viele Tiere verendeten und ihre Skelette wurden auf dem Gebirgsrand in den Sanden der wüstenartigen Landschaft eingebettet. Einige Zeit später wurde in Regenzeiten die von keiner Vegetation mehr geschützte Sedimentbedeckung mit den darin erhaltenen Skeletten herunter geschwemmt und in der vor dem Gebirge liegenden, aus den Kalksteinen des Zechsteins gebildeten Ebene wieder abgelagert. In diesen Kalksteinen waren in der Zwischenzeit, vermutlich durch mechanische Ereignisse, Spalten entstanden, die mit dem Sediment und den darin enthaltenen, durch den Transport zerkleinerten Knochen gefüllt wurden. Wenig später deckte weiteres Abtragungsmaterial aus dem Gebirge die Landschaft zu, bevor das Zechsteinmeer weitere Male bis in den Raum Korbach vorstieß.

Alter der Gesteine: Randkalk: Werra-Folge, Zechstein, Oberperm (etwa 270 Millionen Jahre vor heute)

Adresse

Fossilienfundstätte Korbacher Spalte

Frankenberger Landstraße 22

34497 Korbach

Telefon: 05631 53-289

museum@korbach.de

Homepage

Links

Panorama

Frei zugänglich / immer geöffnet

Regelmäßige Führungen an der Korbacher Spalte und im GeoFoyer Kalkturm Korbach:April-Oktober: Sonntag, 11.15 UhrKosten: Erwachsene 3,- €, Kinder & Jugendliche (6-17 J.) 1,50 €