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Felsböschungen an der Ederrandstraße mit Wurmspuren

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Hinter Nieder-Werbe führt die Ederseerandstraße um Deutschlands drittgrößten Stausee. Entlang der Straße sind zahlreiche Felsböschungen zu sehen, die einige Besonderheiten aufweisen.

In Höhe der Niederwerber Bucht sind in den 330 Millionen Jahre alten Bänderschiefern des Unterkarbons bis zu 180 cm lange Wurmröhren zu sehen. Es handelt sich um so genannte Spurenfossilien. Sie sind Zeugnisse der Aktivität von Würmern, die zur damaligen Zeit im noch weichen Sediment lebten. In Sedimentabfolgen von Turbiditen, wie hier an der Ederseerandstraße, bleiben sie oft besonders gut erhalten, da die Schichten nach dem Abrutschen am Kontinentalhang nicht mehr von anderen Organismen durchwühlt werden konnten. Die Verformung dieser Wurmröhren zeigt außerdem deutlich die Entstehung des Rheinischen Schiefergebirges, das im Karbon aufgefaltet wurde. Im Böschungsschutt unterhalb der Straße bei km 27,0 kann man häufig Goniatites striatus finden, einen Goniatiten (Kopffüßer), der aufgrund seiner zeitlich eng begrenzten Lebensspanne als Leitfossil für das Unterkarbon verwendet wird.

Die sogenannten Edersee-Grauwacken kann man besonders gut in den Straßenböschungen der Ederseerandstraße besichtigen. Ab und an sind Driftmarken, Sohlmarken und Rippelmarken auf den Schichtflächen der Grauwacken und Tonschiefer zu erkennen. Diese wulstartigen Strukturen entstanden durch Strömungen oder andere Bewegungsvorgänge während der Ablagerung und blieben auf der Oberfläche der feinkörnigen Sedimentschicht erhalten.

Alter der Gesteine: Kulm, Unterkarbon (etwa 330 Millionen Jahre vor heute)

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