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Ehemalige Ferndorfer Mühle

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Ferndorfer Mühle um 1955 (Foto: Gerhard Bald)




Ferndorfer Mühle um 199 (Foto: Sammlung Gerhard Bald)




Reste des Mühlenwehrs (Foto: Katrin Stein)




Noch intakter Mühlengraben in den 1980er Jahren (Foto: Dr. Mathias Döring)

Die Geschichte der Ferndorfer Mühle geht bis ins 16. Jh. zurück, jedoch steht sie erst seit 1721 an ihrem heute bekannten Standort. Der Mühlenbetrieb endete am 30. November 1970. Heute befindet sich auf dem Gelände der einstigen Mühle ein Reiterhof, das historische Gebäude wird als Wohnhaus genutzt. Erhalten sind außerdem der Obergraben und die Wehre hinter der Mühle. Die ehemailge Mühle liegt am Kreuztaler Zubringerweg zum Rothaarsteig, der vom (Kultur)Bahnhof Kreuztal zur Ginsberger Heide in Hilchenbach führt.

Aus dem Jahr 1468 stammt die älteste Erwähnung einer Mahlmühle auf dem Gebiet des heutigen Ortes Ferndorf. Sie lag bei den „Aher Höfen“, die damals jedoch noch nicht zu Ferndorf gehörten. In einer Belehnungsurkunde wird das gräfliche Pachtgut des „Henne von der Ahe“ aufgeführt, darunter eine Blashütte, Schmiede, Sägemühle, Wohnhaus, landwirtschaftliche Gebäude, viele Ländereien und auch eine Mühle.

Die erste Erwähnung einer gräflichen Mahlmühle in Ferndorf stammt aus dem Jahr 1570. Dies ist dokumentiert in einem Gesuch des damaligen Amtmanns Heinrich von Holdinghausen. Demnach hatte der Landesherr seinem Vater des Antragstellers die Mühle zu Ferndorf verpfändet. In einem Verzeichnis von 1569 ist bereits angegeben, dass der Müller zu Ferndorf 6 Malter Korn und Mühlenpacht an den Grafen zu zahlen hatte, während der Eichener und der Krombacher Müller 3 bzw. 4 Malter abgeben mussten. In weiteren Unterlagen aus dieser Zeit werden neben weiteren Pächtern der Müller Hans Buchell „Bochel Müller“ und der Müllerknecht Hermann Müller genannt. Die Berufsbezeichnung war also bereits zum Haus- bzw. Nachnamen geworden.

Da das Tal der Ferndorf noch bis ins hohe Mittelalter stark versumpft und daher unwegsam war, könnte eine mögliche Vorgängerin der gräflichen Mahlmühle am Irlenhof gestanden haben. Dort wurden nämlich bei Bauarbeiten rd. 25 Meter südlich des Wohnhauses und etwa ein Meter unter der Erdoberfläche drei große Bruchsteine (ca. 100/100/80 cm) gefunden, die aber im Boden belassen wurden. Lag hier einmal, „auf Drolshagener Grund und Boden“ eine vom Irlenseifen getriebene ältere Mühle? Auch andere, kleinere Bruchsteine gelangen bei Gartenarbeiten gelegentlich ans Tageslicht.

Seit 1721 steht die Ferndorfer Mühle am heutigen Standort
Laut einer Urkunde, die im Stadtarchiv Siegen liegt, wurde die Ferndorfer Mühle im Jahr 1721 an ihre jetzige Stelle verlegt. Aus dem Jahr 1750 ist überliefert, dass damals Johann Henrich Beltz der herrschaftliche Mühlenmeister war und dass Johann Henrich Jung 1755 sein Nachfolger wurde. Bekannt ist auch, dass der Siegener Landesherr 1774 einen neuen, 530 Meter langen, Obergraben errichten ließ und auch ein neues Hauptgebäude. Auf der Steinplatte über der im Original erhaltenen, eichenen Haustüre steht nämlich:

Wh.V. Wilhelm V.
P.v.O. Prinz von Oranien
F.z.N. Fürst zu Nassau
1774

Es handelte sich damals noch um eine Bannmühle. In deren festgelegten Umkreis war jeder Bewohner verpflichtet, sein Korn bei der entsprechenden Mühle mahlen zu lassen. Dies sicherte den „Müller-Pächtern“ ihre Existenz und der jeweiligen Obrigkeit ihre regelmäßigen Pachteinkünfte.

Besichtigung: jederzeit von außen möglich

Tipp: in der Nähe der Mühle befinden sich die jahrhunderte alten Hohlwege im Fröhninger Holz.

Literatur: ausführliche Informationen in Ferndorfer Dorfchronik Bd. 4, 2014

Text und Fotos: Katrin Stein

Adresse

Ehemalige Ferndorfer Mühle

Mühlenweg

57223 Kreuztal Ferndorf

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